Sterben 2.0@derstandard

Ohne Tabu über den Tod reden: „Sterben 2.0 – Der neue Umgang mit dem Tod“ im ORF

Über den Tod plaudern bei Kaffee und Kuchen und über die eigene Endlichkeit nachdenken

Astrid Ebenführer

Zu Besuch im „Death Cafe“-
Foto: ORF/Red Monster Film/Stefan Wolner

Wann und wie wir sterben, haben wir meist nicht selber in der Hand. Aber wie wir bestattet werden wollen, das können wir zu Lebzeiten entscheiden. 1995 waren etwa 15 Prozent aller Bestattungen in Österreich Feuerbestattungen, jetzt sind es mehr als 50 Prozent, rechnet Regisseur Stefan Wolner in Sterben 2.0 – der neue Umgang mit dem Tod am Montag um 22.05 Uhr in ORF 2 vor.

Früher waren Begräbnisse Statusdemonstrationen, heute würde man sich auf diesem letzten Weg eher beschränken, sagt ein Bestatter. Zurück zur Natur lautet auch hier oft die Devise. Grabplätze auf Wiesen oder rund um Bäume boomen.

Wolner war auch zu Besuch in einem Death-Café, wo bei Kaffee und Kuchen über das Sterben geplaudert wird. Dabei soll der Tod enttabuisiert werden. Viele würden sich zu wenig Zeit nehmen, über den Tod nachzudenken, so ein Teilnehmer. „Der Tod ist natürlich kränkend, man will ewig leben. Es ist unmöglich, mit der eigenen Endlichkeit fertig zu werden“, sagt der Philosoph Franz Schuh. (Astrid Ebenführer, 1.11.2021)

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